2. Samuel 1

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Diese Seite enthält eine Zusammenfassung von Kapitel 1 des zweiten Buches Samuel.

Personen

Handelnde Personen

  • David, der zweite König Israels
  • Ein junger Mann aus dem Land Amalek (ein Amalekiter)
  • Ein namenloser Soldat Davids

Weitere Personen

  • Saul, der erste König von Israel
  • Jonatan, ein Sohn von Saul und enger Freund Davids

Kurzfassung

David erfährt vom Tode Sauls und Jonatans. Er trauert um den König und den Freund. Anschließend lässt er den Boten der schlechten Nachricht töten, denn dieser hat behauptet, den König auf dessen Wunsch hin erstochen zu haben.

Anschließend schreibt David ein Trauer- und Klagelied über Sauls und Jonatans Tod.

Zusammenfassung

Ausgangssitutation

Der israelische König Saul und seine drei Söhne wurden in einer Schlacht gegen die Philister getötet. David lebt zu diesem Zeitpunkt schon seit einiger Zeit bei den Philistern in der Stadt Ziklag. Er war vor der Verfolgung durch Saul aus Israel geflohen. An der Schlacht gegen Israel nahm er nicht teil, unterstützte die Philister allerdings mit Kriegszügen gegen die Amalekiter. Zu Beginn dieses Kapitels war er gerade von einem solchen Kriegszug heimgekehrt.

David erfährt vom Tod Sauls und Jonatans (2. Samuel 1,1-16)

David war gerade drei Tage in Ziklag, da erscheint ein abgerissener junger Mann bei ihm. Er gibt sich als ein Soldat aus Sauls Heer und gebürtiger Amalekiter zu erkennen. Er wirft sich vor David nieder und berichtet von der Niederlage des israelitischen Heeres und vom Tode Sauls und Jonatans.

Davids Reaktion auf diese Nachricht zeigt viel von seinem Charakter:

  1. David prüft, ob die Geschichte des jungen Mannes wahr ist. Er lässt sich genau erzählen, was passiert ist. Der Mann berichtet, dass er selbst den schwerverletzten Saul auf dessen Wunsch hin getötet hat. Als Beweis für seine Aussage legt er die Krone und das Armgeschmeide des toten Königs vor.
  2. David glaubt ihm. Deshalb trauern er und seine Männer um den toten König und seine Söhne. Sie weinen und fasten bis zum Abend.
  3. Nach dieser angemessenen Trauerzeit fragt David den Mann noch einmal „Wer bist du?“. David weiß, dass Gott selber Saul zum König auserwählt hatte. In seinen Augen ist es ein todeswürdiges Verbrechen, einen Auserwählten Gottes zu töten. Deshalb erklärt er dem Mann, dass er sich durch seine Erzählung selber belastet und verurteilt hat. Anschließend befiehlt er einem seiner Soldaten, den Leichenräuber zu töten. (David konnte nicht wissen, dass der Mann gelogen hat.)

Davids verarbeitet seine Trauer in einem Klagelied (2. Samuel 1,17-27)

David, der talentierte Musiker, schreibt ein Klagelied. Er verarbeitet darin seine Trauer über den Tod von Saul und Jonatan. Die Bibel nennt es das Bogenlied, geschrieben ist es in das Buch der Redlichen.

Das Klagelied hat folgenden Aufbau:

  • Mit Saul und Jonatan sind die Edelsten aus Israel gefallen.
  • Die Israeliten sollen ihren Verlust und ihren Schmerz nicht in den Städten der Philister hinausposaunen, weil diese sich nicht freuen und mit ihrem Sieg prahlen sollen.
  • David möchte, dass sogar die Natur am Schmerz des Volkes teilhat. Deshalb verflucht er die Berge von Gilboa (der Ort, an dem Saul und seine Söhne starben.)
  • Er lobt die kriegerischen und menschlichen Stärken von Saul und Jonatan.
  • David betont das Gute und Positive an Saul: er war gut für das Volk, brachte Reichtum und Wohlergehen. David stellt heraus, was an Saul zu rühmen war, den Rest lässt er weg.
  • David größter Schmerz gilt dem Verlust seines engen Freundes Jonatan. Dieser ist ihm näher verbunden gewesen und seine Liebe war ihm wichtiger als die Liebe seiner Frauen.

Fragen zu 2. Samuel 1

Warum hält David die Tötung von Saul für ein todeswürdiges Verbrechen? Gott selber hat Saul zum König „gemacht“. Das bedeutet, dass auch nur Gott ihm dieses Amt wieder nehmen darf. Sich als Mensch dieses Recht anzumassen ist ein schweres Vergehen. Wenn Menschen es in die Hand nehmen, den König zu töten, dann endet das über kurz oder lang im gesellschaftlichen Chaos.

Wie steht David zu Saul nach dessen Tod? Gott urteilt über unsere Sünden, Er übt Vergeltung und sorgt für Ausgleich. Es ist nicht unsere Sache, Rache zu üben (3. Mose 19, 18).

„Du sollst den Angehörigen deines Volkes gegenüber nicht rachgierig sein und ihnen nichts nachtragen, sondern sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst: ich bin der HERR!“ (Menge-Bibel)

David beweist an dieser Stelle eindrucksvoll, wie sehr er den Vers verstanden und verinnerlicht hat. Er hegt keine bösen Gefühle oder Gedanken gegen Saul. Im Gegenteil, er konzentriert sich auf das Gute in Saul, lobt dieses Gute und trauert um den toten König.